und selbst**wenn...

Jessica Koppe

Ausstellung von Jessica Koppe
Dezember 2011

 

Die Welt der Dinge hat uns manchmal voll im Griff,
das führt uns Jessica Koppe auf höchst vergnügliche Weise im Kiosk24 vor.


Nachrichtenstudio

shigeru takato

Rauminstallation von Shigeru Takato
ab 18. September 2011


Die Se(e)(h)kuh

brigitte jurack

Installation von Brigitte Jurack
bis 22 Juli 2011

Eigentlich ist man nie richtig auf die erste Begegnung mit einem Vieh vorbereitet. Selbst die vermeintlichen Sprachbilder: See und Kuh helfen da nicht weiter. Das Verhältnis zwischen Sprache und jeweiliger materieller Wirklichkeit ist komplex und sollte ständig neu ertastet und befragt werden. Die Aussage Joseph Albers’ im Vorwort  zu Interaction of Color  ist Binsenweisheit und Warnung gegen Eindimensionalität zugleich: ‘wenn einer Rot sagt (die Farbe Rot) und es hören 50 Leute zu, dann ist davon auszugehen, daß ihnen 50 Rote Farbtone vorschweben; und man kann sicher sein, dass diese roten Farben alle sehr unterschiedlich sind.’[1]

Die Seekuh (Hydrodamalis gigas oder Stellersche Seekuh) wurde 1741 von dem deutschen Arzt und Naturforscher Georg W.Steller entdeckt als dieser Vitus Bering Steller auf seinem Expeditionsschiff in die Bering Strasse begleitete.  27 Jahre nach der Entdeckung wurde das vermutlich letzte Tier dieser Art erschlagen.  Georg W. Steller war somit der erste und zugleich der letzte Naturwissenschaftler, der dieses sanfte und zutrauliche Tier sah. Eines der wenigen fast vollständig vorhandenen Skelette befindet sich in Dresden, im Japanischen Palais des Museums der Tierkunde. Ebenfalls ausgestellt ist ein lebensgroßes Modell, das eine naturgerechte Reproduktion simuliert.

Die in England lebende deutsche Künstlerin Brigitte Jurack verwandelt mit ihrer Installation den Kiosk24 in ein Kabinettstück. Mit List und Tücke bietet sie den Passanten einen Augenschmaussin dem sie im verspielten Umgang mit Illusion und Dreidimensionalität  bewußt an die trickreiche Tradition der Dioramen anknüpft.

Die Künstlerin Brigitte Jurack , studierte Theologie und Freie Kunst an der Universät Bonn und der Kunstakademie Düsseldorf (Meisterschülerin Prof. I. Kamp). Seit 1990 lebt Jurack als freischaffende Künstlerin in Großbritannien.  1995 wird sie Mitbegründerin des internationalen Künstlerkollektivs Foreign Investment.

Einzel- und Gruppenausstellungen (Auswahl): Everything must go, Chinese Art Centre, Manchester (2011); Die Tangente berührt den Kreis in genau einem Punkt, Irish Museum of Modern Art, Dublin (2010); Inside Out, Object Gallery, Sydney (2010), Red Paradigm, Gogol Festival Kiev (2009); Irfaran, Globe Gallery, Newcastle (2009), Klasse Kamp, Kunsthalle Düsseldorf (2006); Infallible, Huddersfield, Newcastle and Mead Gallery (2004), Immaculate Conception during The Fifth Floor, Tate Liverpool (2009),  Breeding: civilisation and discontent, Cornerhouse, Manchester (2006) and Tuning –in op. 2, Venice Agenda’s IV, Venice Biennial, 2005.

1. “If one says Red (the name of a color) and there are 50 people listening, it can be expected that there will be 50 reds in their minds. And one can be sure that all these reds will be very different.”

Josef Albers, Interaction of Color, Yale University Press, 1963


stadtgräser

Ingrid Rodewald

Eröffnung: Samstag 23. Oktober um 11 Uhr
Ausstellungsdauer 12. März  bis zum 15. April 2011

Stadt und Natur als Projektionsfläche für Sehnsüchte werden in der neusten Installation von Ingrid Rodewald in Herford thematisiert. Die in Karlsruhe und Straßburg arbeitende Künstlerin lässt den Boden des Kiosk 24 scheinbar aufbrechen und Gräser hervortreten.

Als Material hierfür werden Plakate der Außenwerbung verwendet, bei näherer Betrachtung zerfällt das wahrgenommene Bild in Pixelpunkte. In der Collage „Nacht“ an der Wand des Kiosks gibt es ebenfalls grasähnliche Gewächse. Natur und Zivilisation werden einander gegenübergestellt, die Idylle bleibt gebrochen.

Ingrid Rodewald hat Freie Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe studiert (Meisterschülerin bei Prof. Andreas Slominski), ihre Werke waren in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen.